Der Auwald zählt zu den artenreichsten Waldlandschaften in Europa. An vielen Stellen zwischen Mainz und Bingen sind am
Rhein mehr oder weniger große Reste von Auwäldern zu finden. Die Weichholzaue in direkter Ufernähe ist dabei ein Bereich,
der regelmäßig überschwemmt wird. Sie ist geprägt durch Weiden und Pappeln. Weiter im Landesinnern findet man vielerorts
Eschen, Ulmen und mächtige Stieleichen. Diese Hartholzaue wird nur selten überflutet.
Der Auwald ist Lebensraum zahlreicher Vogelarten: der Pirol ist hier zu finden, der Schwarzmilan brütet in den hohen
Bäumen und das Lied der Nachtigall ist fast überall zu vernehmen.
Schwarzmilan
Milvus migrans
Ringelnatter
Natrix natrix
Wasserfrosch
Rana esculenta
Schwarzmilan (Milvus migrans):
Aussehen:
Der Schwarzmilan ist ein geselliger, 56 cm langer (Spannweite 160-180 cm), 630-940 Gramm schwerer, mittelgroßer Greifvogel. Er stammt aus der Familie der Habichtartigen. Von anderen Greifvögeln ist er auf Grund seines deutlich gegabelten Schwanzes gut zu unterscheiden.
Sein Gefieder ist bis auf den blässeren Kopf einheitlich dunkelbraun gefärbt, wobei auch das Brust- und Bauchgefieder eine etwas hellere Färbung hat, die häufig ins Rostbraune übergeht. Die Beine und der Unterschnabel ausgewachsener Vögel sind gelb. Zwischen den Geschlechtern ist keine unterschiedliche Färbung erkennbar. Jungtiere haben eine insgesamt hellere Färbung.
Vorkommen:
Lichte Laubwälder und Feldgehölze in Gewässernähe stellen geeignete Lebensräume dar.
Man kann den Schwarzmilan gut beobachten, wenn er ¨ber Flüssen und Seen nach toten Fischen Ausschau hält.
Die Rheinauen bieten eine solche gewässerreiche Landschaft und stellen somit einen geeigneten und schützenswerten Lebensraum dar, der zum Erhalt des Schwarzmilan-Bestandes beiträgt.
Schwarzmilane sind Zugvögel und verlassen Deutschland im August/September um nach Afrika zu fliegen. Ab Ende März/Anfang April kann man sie dann wieder in den Rheinauen beobachten und hören.
Bestand:
Der Bestand des Schwarzmilans ist in Europa stark rückläufig und so ist die Einrichtung und Erhaltung von geeigneten Lebensräumen sehr wichtig.
Beobachtungstipp:
Im NSG Mombacher Rheinufer brütet der Schwarzmilan. Auch auf der Insel, auf die man vom Gebiet aus blickt, der Rettbergsaue, ist er zu finden. Oft sieht man mehrere Exemplare über der Insel kreisen. Besonders im Herbst, wenn die Schwarzmilane sich auf den Zug nach Süden begeben, nutzen sie die hohen Bäume auf der Rettbergsaue als Schlafplatz. In den Abendstunden kann man dann durchaus 200 Stück der schönen Tiere gleichzeitig sehen, wenn sie dabei sind, ihre Schlafplätze aufzusuchen.
Auch am Biebricher Rheinufer lassen sich Schwarzmilane gut beobachten.
Ringelnatter(Natrix natrix):
Aussehen:
Die allseits bekannte Ringelnatter gehört zur Klasse der Reptilien und zur Familie der Nattern. Sie wird ca. 1 m lang, wobei die Weibchen etwas länger und dicker werden als die Männchen.
Die Ringelnatter ist schiefergrau bis grün- oder olivbraun (selten ganz oder teilweise schwarz) gefärbt. Das auffälligste Merkmal sind die beidseitigen orange-gelblichen (manchmal auch weißen) Halbmondflecken hinter dem Kopf. Die Bauchseite der Ringelnatter ist weißgrau oder gelblich und mit einem schachbrettartigen Fleckenmuster versehen. Auf ihrem Rücken und an den Seiten hat die Schlange dunkle und unregelm¨ßige Flecken.
Die Ringelnatter stellt sowohl für den Menschen als auch dessen Haustiere wie Hunde oder Katzen keine Gefahr dar. Mit ihrem Gift, welches sich im Speichel der Schlange befindet, vermag sie nur kleine Tiere zu lähmen.
Vorkommen:
Sie ist in großen Teilen Europas, Nordafrikas sowie Asien beheimatet. Durch dieses große Verbreitungsgebiet haben sich viele Unterarten gebildet. Hier in Deutschland und somit auch in den Rheinauen ist die gewöhnliche Ringelnatter heimisch.
Da die Ringelnatter eine Wassernatter ist benötigt sie als Lebensraum Weiher, Feuchtwiesen, langsam fließende Gewässer oder kleine Tümpel. Damit sie sich richtig wohl fühlt, braucht sie im Umkreis eine ausreichende Vegetation zum Unterschlupf. Naturbiotope sind dafür bestens geeignet.
Bestand:
Leider ist die Anzahl solcher geeigneter Lebensräume stark rückläufig, was dazu führt, dass der Ringelnatterbestand immer weiter abnimmt. Viele Ringelnattern kommen bei Straßenüberquerungen ums Leben. Die Ringelnatter steht bereits auf der Roten Liste; sie ist stark gefährdet und darf nicht verfolgt oder eingefangen werden.
Nähere Informationen zur Roten Liste der Lurche der Bundesrepublik Deutschland und der Bundesländer finden Sie unter:
http://www.amphibienschutz.de/schutz/artenschutz/roteliste/deutschland.htm
Wasserfrosch (Rana esculenta):
Die einheimischen Grünfrösche werden in Seefrosch, Teichfrosch und Kleiner Wasserfrosch unterschieden. Der Seefrosch unterscheidet sich durch sein Rufen vom Teich- und Wasserfrosch. Die Differenzierung zwischen Teich- und Wasserfrosch ist schwieriger. In der Literatur werden diese häufig unter Grünfrosch subsumiert.
Vorkommen:
Grünfrösche lieben Weiher, Teiche, Tümpel, Gräben, Seen, Altarme, Überschwemmungsgebiete, Rückhaltebecken, vegetationsreiche Gewässer wie moorige und sumpfige Wiesen- und Waldweiher. Dabei scheint der kleine Wasserfrosch am stärksten Wälder und Waldnähe zu bevorzugen. Große Seen sowie vegetationsarme Kies- oder Sandgrubengew¨sser werden hingegen von ihm gemieden.
Bestand:
Der Roten Liste der Lurche der Bundesrepublik Deutschland ist zu entnehmen, dass der Wasserfrosch in Rheinland-Pfalz auf der Vorwarnliste steht. Es ist daher wichtig, dass jeder sein Möglichstes zum Schutz des Wasserfrosches beiträgt indem die Lebensräume der Amphibien bewahrt werden, denn die st¨rkste Gefährdung der Grünfrösche liegt in den tiefgreifenden Landschaftsveränderungen begründet.
http://www.amphibienschutz.de/schutz/artenschutz/roteliste/deutschland.htm
Pirol
Oriolus oriolus
Nachtigall
Luscinia megarhynchos
Mittelspecht
Dendrocopos medius
Aussehen:
Der Pirol ist ein sehr eindrucksvoller 24 cm langer, drosselartiger Vogel, der durch seine leuchtend gelbe Färbung besticht. Seine Flügel sind schwarz gefärbt.
Vorkommen:
Er ist in lichten Laubwäldern, vor allem in Auwäldern mit Eichen und Pappeln zu Hause. Dort versteckt er sich hoch oben in den dicht belaubten Kronen großer Bäume, sodass es trotz seines auffälligen Federkleides schwierig ist, ihn zu entdecken.
Nachtigall (Luscinia megarhynchos):
Die Nachtigall gehört zur Familie der Drosselvögel.
Aussehen:
Mit einer Größe von 16,5 cm und ihren rötlichbraun gefärbten Flügeln und Schwanz und der hell gefärbten Unterseite ist sie eher unscheinbar. Jedoch besticht sie durch ihren unverkennbaren klaren rhythmisch gegliederten Gesang der sowohl tagsüber als auch nachts zu hören ist.
Vorkommen:
Sie sitzt gerne im Dickicht von feuchten Laubwäldern, Hecken und Gebüschen.
Mittelspecht (Dendrocopus medius):
Aussehen:
Von den drei schwarz-weißen Spechtarten mit weiß
ßen Schulterflecken ist der Mittelspecht mit seinen 22 cm Länge der Kleinste. Er hat schwarze Flügel mit weißen Tupfen; der Scheitel ist hellrot und der Rücken schwarz mit auffälligen, weißen Schulterflecken. An der Unterseite ist der Mittelspecht bräunlichweiß. Am Bauch geht diese Färbung in ein Rosa über. Die Fürbung des Männchens ist der Färbung des Weibchens sehr ähnlich.
Vorkommen:
In Mitteleuropa ist der Mittelspecht nur gebietsweise anzutreffen. Er fühlt sich vor allem in Auwäldern, Laubwäldern und Gehölzen mit alten Eichen wohl. Hier in den Rheinauen hat man die Gelegenheit den Specht zu beobachten.
Wiesen-Salbei
Salvia pratensis
Feld-Mannstreu
Eryngium campestre
Gemeine Nachtkerze
Oenothera biennis
Wiesen Salbei (Salvia pratensis):
Am Rheinufer findet man diese besondere Art von Salbei vereinzelt in trockenen Wiesen, an Weg-,
Gebüsch- und Waldrändern. Ihre Runzelblätter und ätherischen Öle wirken transpirationshemmend
und erstaunlich ist, dass sie bei weniger als 20 Prozent des normalen Lichtbedarfs steril bleibt.
In Deutschland gibt es nur 3 Salbei-Arten von 700 verschiedenen auf der ganzen Welt. Es ist also
kein Wunder, dass sie zu den artenreichsten Gattungen der Welt gehört. Noch wichtiger als der Pollen
ist für die Insekten der zuckerreiche Nektar, den die Pflanzen aus Nektarien anbieten. Beim Wiesensalbei
finden sich die Nektardrüsen hinter dem Fruchtknoten tief am Grund der Kelchblätter. Wenn eine
Honigbiene mit ihrem Saugrüssel an diese Stelle gelangen will, muss sie auf die Unterlippe des
Lippenblütlers sitzen und eine Platte nach hinten drücken. Durch ein Gelenk beugen sich die langen
Hebelarme der Staubfäden nach unten. Die Staubbeutel laden dabei den Pollen auf den Rücken des
behaarten Besuchers. Bei älteren Blüten sind die Staubbeutel geschrumpft, und der Griffel mit
seiner gespreizten Narbe hängt herab, so dass die anfliegenden Insekten mit ihrem Rücken die Narbe
streifen. Durch diesen Mechanismus wird eine Selbstbestäubung der Pflanze verhindert. Bienen fliegen
pro Ausflug immer die gleiche Blütenart an. Der Nektar wird von der Honigbiene mit dem Löffelchen
der Zunge aufgenommen und im Honigmagen, einem besonderen Abschnitt der Speiseröhre, zum Bienenstock
transportiert. In diesem Organ der Biene wandelt sich der Nektar in Honig um. Drückt man eine
Bleistiftspitze oder ähnliches in den Blütenschlund, kann man die Tätigkeit der Bestäuber nachahmen.
Feld-Mannstreu (Eryngium campestre):
Diese Art der Trockenpflanzen findet man vor allem in wärmeren Gebieten an Wegen, Böschungen, in
Trocken- und Halbtrockenrasen; auf meist kalkhaltigen, steinigen, trockenen Stein- oder Lehmböden,
wie z.B. auf dem Rhein-Hauptdamm wieder. Am Damm zwischen Uhlerborn und Ingelheim trifft man den
Feld-Mannstreu meist zerstreut und nur vereinzelt an. Wenn man ihn dann jedoch einmal entdeckt hat,
kann man ihn meist in seiner vollen Blütenpracht genießen. Früher fand der Feld-Mannstreu seine
vielseitige Verwendung vor allem in der Arznei, jedoch wird er heute nur noch in der Volksmedizin
bei Husten verwendet.
Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis):
Wenn man diese wärmeliebende Lichtpflanze bewundern möchte, muss man vor allem an Bahndämmen,
Böschungen, Wegen und auf meist trockenen, nährstoffreichen, steinigen Sand- und Lehmböden suchen.
In unserer Region zwischen Mainz - Bingen in den Sandgebieten kommt sie recht häufig vor.
Die Blüten der Nachtkerze öffnen sich in der Dämmerung mit einem deutlichen Knistern durch Aufreißen
der Kelchblätter und Entfaltung der eingerollten Kronblätter. Der Hauptduft dieser Pflanze lässt sich
nachts feststellen, und demnach ist es eine typische Nachtfalterblume. Tagsüber erlebt die gemeine
Nachtkerze einen reichen Besuch durch Honigbienen, Hummeln und Tagfalter.
Gewöhnlicher Natternkopf
Echium vulgare
Kleiner Klappertopf
Rhinanthus minor
Auen-Service Mitarbeiter
Homo Sapiens
Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare):
Diese Pflanzenart, auch Stolzer Heinrich genannt, kommt sehr oft und gehäuft am Rhein-Hauptdamm vor,
wobei man den Gewöhnlichen Natternkopf auch stellenweise gar nicht antrifft. Besonders häufig kommt
diese Art von Rauhblattgewächs bzw. Boretschgewächs an sonnigen Ruderalstellen, in Trockenrasen, an
Dämmen, Wegen, auf Bahngeländen und Schuttplätzen sowie auf stickstoffarmen bis mäßig stickstoffhaltigen,
meist trockenen, sandigen oder steinigen, lockeren Lehm-, Sand-, Kies- und Steinböden vor. Die weit
herausragenden Narben und Staubbeutel dieser Pflanze erinnern meist an den Kopf einer Schlange. Daher
die Benennung „Natternkopf”. Eine Besonderheit dieser Pflanze ist der Farbwechsel der Blüten
von rosa nach blau, wobei die Bienen, die meist nachmittags den Natternkopf besuchen, lernen, dass nur
die rosa Blüten nektarreich sind. Früher fand der Gewöhnliche Natternkopf vor allem arzneiliche
Verwendung und die jungen Triebe wurden zu Gemüse verarbeitet.
Kleiner Klappertopf (Rhinanthus minor):
Sein Name stammt wie einige andere Pflanzennamen aus dem Griechischen und heißt wortwörtlich übersetzt
„Nasenblüte”, wobei es etwas Fantasie bedarf, um in der Blüte eine Nase zu sehen. Der Klappertopf
zählt wegen seiner chemischen Substanz Aucubin zu den schwach giftigen Pflanzentypen. Besondere Vorlieben des
Klappertopf sind kalkarme Magerrasen, sonnige, warme Standorte, arme Feldwiesen und Getreidefelder sowie
Halbtrockenrasen. Jedoch muss man auch hier, wie bei dem Klatsch-Mohn erwähnen, das seine Ausbreitung und
Blütenintensität durch die Intensivnutzung und Herbizidsanwendung rückgängig ist. Ein auffälliges Merkmal des
Kleinen Klappertopfes ist das Klappern der Samen in den reifen Früchten. Daher auch sein Name! Stellenweise
kann man diese, für Rheinhessen seltene Pflanzenart, am Rhein-Hauptdamm kennen lernen und bestaunen.
Auen-Service Mitarbeiter (Homo Sapiens):
Sorry, noch keine Info vorhanden!